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Die Schöne bei der Post Posted on Tuesday, 21.August. @ 23:18:37 CEST
Topic:
Hier ein kurzer Überblick über
die Post-Bellas:
Für den Telegramm und
Eilbotendienst prüfte die Bundespost Ende 1954/Anfang 1955 die
Einführung von Motorrollern. Nach eingehenden Versuchen hatte
sich die Bundespost für die Zündapp Bella und gegen Heinkel
Tourist und Dürkopp Diana entschieden. Wie dann auch die Praxis
zeigte, war die robuste Bella bei Langlebigkeit, Gebrauchs härte,
Fahrverhalten auch unter schwierigen Gegebenheiten,
Alltags-Performance nicht zu schlagen. Kurz gesagt, man konnte und
kann sie den ganzen Tag dreschen, ohne dass was kaputt geht oder die
Leistung nachlässt.
Die erste Auslieferung von knapp über
100 honiggelben Bella-Rollern erfolgte im späten Frühjahr
1955 an 20 Oberpostdirektionen. Ausgeliefert wurden die
Kickstarter-Modelle R 200 (10,7 PS) und (im geringen Umfang) R 150
(7,3 PS). Diese waren außer Lackierung, Linierung und dem
Weglassen des Soziussitzes serienmäßig, d.h. auch ohne
Gepäckträger.
Ab Modelljahr 1956 wurde das
Anlassermodell R 201 in verschiedenen Verianten in Dienst gestellt:
Solo-Roller mit Einzelsitz ohne
Gepäckträger
Solo-Roller mit Einzelsitz mit großem
Gepäckträger, der 2 Spanngurte mit Ratsche hatte
Solo-Roller mit Einzelsitz und
Päckchenkasten (von Steib gefertigt)
Solo-Roller mit Einzelsitz und
Lastenseitenwagen (Steib Typ Roller T1)
Ab 1957 hat die Post Bellas auf Basis
der R 203 bestellt. Wahrscheinlich noch in allen 4 Varianten.
Spätestens 1959 erfolgte die
Umstellung bei der Post auf Bella R 204 (12,3 PS). Die Varianten
dürften sich auf den Solo-Roller mit Einzelsitz und großem
Gepäckträger und das Lastenseitengespann beschränkt
haben.
Der Päckchenkasten hatte sich in
der Praxis nicht bewährt. Er war mit 21 kg sehr schwer und im
beladenen Zustand muss das Fahrverhalten trotz des hervorragenden
Bella-Fahrwerk abenteuerlich gewesen sein. Das Gewicht sitzt einfach
zu hoch und entlastet die Schwinge, was zu Pendelneigung führt.
Bei den Lastenseitenwagen-Gespann fällt
häufig der Anbau auf der linken Seite auf. Dies dürfte im
Hinblick auf Briefkasten-Entleerung bestellt worden sein (Fahrer kann
praktisch nicht absteigen bzw. um das Fahrzeug laufen). Für
Steib war das kein Problem, da man für England das Fahrgestell
des Rollerseitenwagens mit Linksanschluß im Programm hatte.
Ab 1961 wurde der 204- Motor auf 13,4
leistungsgesteigert und als „bella 200“ (mit klein geschriebenen
„b“ verkauft). Die exakte Typenbezeichnung war 551-025 (ohne
Blinker) und 551-026 (mit Blinker). Denkbar ist auch, dass eine
spezielle Post-Typnummer 551-0xx auf dem Typenschild zu finden ist
(wir haben sowas bei Polizei-Bellas gefunden). der Solo-Postler wurde
nun auch mit großen Posttaschen auf beiden Seiten der Haube
ausgeliefert. Gespanne dürften nicht mehr zur Auslieferung
gekommen sein. Die letzten Auslieferungen dürften 1963
abgewickelt sein. Ersatzteile in Postgelb hat Zündapp noch weit
bis in 60er Jahre bevorratet.
Aufgrund der langen und bis 1960
exklusiven Vertriebszeit gehen unsere Schätzung von bis zu 2000
Post-Bellas aus. Dafür spricht auch, dass immer wieder
Ex-Postroller bzw. Reste davon in Bella-Kreisen aufgetaucht sind.